Tagestipps im Radio

Tagestipps

Mittwoch 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Isabella Kolar Präsidentschaftswahl in Kolumbien Der nächste Linksruck in Südamerika? Von Anne Herrberg Am 29. Mai wird in Kolumbien gewählt. Noch nie gelang es der Linken, hier in den Präsidentenpalast gewählt zu werden - das könnte sich nun ändern. Schon bei den Parlamentswahlen im März, die als Stimmungsbarometer gelten, ging das linke Bündnis "Historischer Park" um Ex-Guerillero Gustavo Petro als Gewinner hervor. Jetzt tritt er mit der afrokolumbianischen Feministin und Umweltaktivistin Francia Márquez an, die für einen Generationenwandel und eine neue Linke steht, die sich von den Regimen in Nachbarländern wie Venezuela und Nicaragua lossagt. Was würde ein Linksruck in Kolumbien - nach Chile, Bolivien, Argentinien - für die politische Landkarte Südamerikas bedeuten - vor allem auch mit Blick auf die nächsten wichtigen Wahlen in der Region, im Oktober in Brasilien?

Mittwoch 18:30 Uhr SRF 2 Kultur

Kultur-Talk

Eine Kritikerrunde vom 75. Filmfestival Cannes Für seine 75. Ausgabe ist der grösste Kulturanlass der Welt «post-pandemisch» unterwegs. Das Autorenfilm-Angebot ist gewichtig, dafür sind die grossen amerikanischen Publikumsfilme so rar wie grosse Erfolge an der Kinokasse. Wie definiert das Festival seine nicht mehr so eindeutige Rolle?

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

Feature

Jeff Buckley in London Von Alan Hall Sprecher*innen: Christian Schmidt, Katrin Jaehne Regie: Jens Jarisch Ton: Kaspar Wollheim, Bettina Mikulla Assistenz: Silvia Vormelker Produktion: rbb/Falling Tree (for BBC) Der junge Musiker Jeff Buckley ist in London und steht auf dem Weg in die BBC mit seinem TourManager Steve Abbott im Stau. Er hat einen Auftritt beim Radiosender BBC GLR. Die beiden schalten das Autoradio an und hören, wie die Moderatorin den Auftritt von Tim Buckleys Sohn ankündigt. Und dass sich der Sohn von Tim Buckley wegen starken Verkehrs offenbar verspätet. Jeff - ein ruhiger, schüchterner und eher introvertierter Musiker - zerstört das Autoradio mit Fußtritten. Der anschließende LiveAuftritt gerät zu den intensivsten Momenten der Radiogeschichte. Jeff Buckley hält seinen offenbaren Hass auf die Moderatorin im Zaum, spricht kurz und widerwillig, bis endlich seine unterdrückte Wut einen Weg nach draußen findet.

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Wiltraut Rupp-von Brünneck, eine deutsche Karriere Wie eine NS-Juristin Vorkämpferin für Rechtsstaat und Gleichberechtigung wurde Von Annette Wilmes Wiltraut Rupp-von Brünneck (1912 -1977) war in den 1930-er Jahren eine bekennende Nationalsozialistin, Mitglied in der NS-Frauenschaft, einer Gliederung der NSDAP. Als Juristin veröffentlichte sie programmatische Schriften. Nach 1945 wandelte sie sich als Ministerialbeamtin in Hessen zu einer engagierten Demokratin. Zusammen mit Elisabeth Selbert setzte sie im Parlamentarischen Rat den Grundgesetz-Artikel zur Gleichberechtigung der Frau durch. In der Bonner Republik machte sie als überzeugte Verfechterin des Rechtsstaats eine steile Karriere und wurde Richterin des Bundesverfassungsgerichts. Gerade in der Justiz gab es viele Karrieren von Leuten mit NS-Vergangenheit, die sich keines Unrechts bewusst waren. Auf sie war das Schlagwort von den "furchtbaren Juristen" gemünzt. Wofür steht die Karriere der Juristin Wiltraut Rupp-von Brünneck?

Mittwoch 20:00 Uhr NDR kultur

Hörspiel

Ich blätterte gerade in der Vogue, da sprach mich der Führer an Nach dem gleichnamigen Sachbuch von Michaela Karl Bearbeitung und Regie: Eva Solloch Mit Julia Riedler, Götz Schubert, Erik Schäffler, Matti Krause, Tomas Sinclair, Achim Buch, Maja Schöne, Tilo Werner, Maria Magdalena Wardzinska, Jürgen Uter, Michael Weber, Anne Weber, Sebastian Rudolph, Anton Pleva, Samuel Weiss NDR 2019 Sie kam aus bestem britischen Hause und widmete ihr Leben dem "Führer". Michaela Karl erzählt die schier unglaubliche Lebensgeschichte der Unity Valkyrie Mitford: Hitler-Groupie, nordische Göttin und verwöhnte Tochter eines britischen Lords. Downton Abbey meets Reichsparteitag. Mehr Information unter ndr.de/radiokunst anschließend: Klassische Musik 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Hörspiel

Mittwoch 20:05 Uhr SWR2

SWR2 Thema Musik

Das Wienerlied - So klingt die Seele Wiens Von Lea Oestreicher Wien als die Stadt der Musik verbindet man mit den Namen Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert und den Klängen im Dreivierteltakt der Strauß-Familie. Aber in Heurigen und Vorstadtlokalen klang und klingt oft ganz andere Musik: Etwa "Mei Alte sauft so viel wia i" und andere Wienerlieder. Die junge Musikjournalistin Lea Oestreicher hörte in der Hamburger Elbphilharmonie "Nino aus Wien": Der Indie-Musiker spielte hier vor allem Wienerlieder. Von Hamburg aus geht die Entdeckungsreise des Wienerlieds über Litschau nach Wien, wo vor über 150 Jahren das Wienerlied entstand und bis heute populär ist.

Mittwoch 21:00 Uhr HR2

Krimi-Hörspiel | "Polar" von Albert Ostermeier

Lyrische Hommage an den französischen Kriminalfilm Es gibt Augenblicke, Gesten, die zielen auf Ewigkeit. In ihnen kristallisiert sich Essentielles. Ihre bevorzugte Bühne ist das Kino. Und zuweilen leben von diesen Stilisierungen ganze Filme.

Mittwoch 21:05 Uhr SWR2

SWR2 NOWJazz

Brilliantes Interplay - Das Duo Jason Moran / Christian McBride beim Jazzfestival Esslingen 2021 Von Günther Huesmann Tiefe Dialoge zu zweit: Zum ersten Mal in ihrer Karriere trafen Jason Moran, einer der spannendsten zeitgenössischen Pianisten, und Christian McBride, der unbestrittene König des swingenden und groovenden Kontrabassspiels und 7-malige Grammy-Gewinner, in einem Duo aufeinander. Ihre Interaktionen machten klar: Um zu großen musikalischen Wirkungen zu kommen, braucht es manchmal einfach nur zwei. Der Auftritt von Jason Moran / Christian McBride in der Stadtkirche St. Dionys gehörte zu den Höhepunkten des Jazzfestivals Esslingen 2021.

Mittwoch 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Querköpfe

Kabarett, Comedy schräge Lieder Der Kabarettist Thilo Seibel Vom Leuchten und Reflektieren Von Luigi Lauer Corona-Pandemie, Klimawandel, Ukraine-Krieg, explodierende Preise - vorbei die Zeit, in der Donald Trump dem Kabarett eine ungeahnte Blüte bescherte, weil es reichte, ihn zu zitieren. Momentan schlagen Satiriker eher nachdenkliche Töne an. Es gibt viel zu bedenken und zu analysieren in diesen Tagen, wenn die eigene Meinung nicht auf Twitter-Niveau schlingern soll. Thilo Seibel empfiehlt daher pointengestützte Sachlichkeit in postfaktischen Zeiten und greift dies in seinem neuen Programm "ParOdiesisch" auf, indem er den 1. humoristischen Hauptsatz der Astronomie anwendet: "Wer selbst nicht leuchtet, sollte wenigstens reflektieren können."

Mittwoch 22:00 Uhr MDR KULTUR

Die bürgerliche DDR

Von Friedrich Dieckmann (Wiederholung) Bürgerliche DDR - wie kann das sein? Hatte die SED Erich Honeckers das Land per Verfassung nicht als "sozialistischen Staat der Arbeiter und Bauern" bestimmt? Erst in Artikel 2 kamen "die Angehörigen der Intelligenz" und "die andern Schichten des Volkes" vor. Aber wenn Bürgertum in der DDR auch keine wirtschaftlich und politisch relevante Schicht sein konnte - ohne bürgerliche Ärzte, Wissenschaftler, Künstler, Gewerbetreibende hätte das Land überhaupt nicht existieren können. Der bürgerliche Einfluss ging von dem im Land verbliebenen Kulturbürgertum aus, das starken Rückhalt an den christlichen Kirchen, schwächeren an drei eingefrorenen bürgerlichen Parteien hatte, und verband sich mit dem Wirken jener Schicht, die "sozialistische Intelligenz" hieß und im Lauf der Zeit zunehmend bürgerliche Bedürfnisse entwickelte: nach Eigenverantwortung, Mitbestimmung, Befreiung aus den Zwängen einer quasifeudalen Hierarchie. Alles dies floss 1989 in einer Volkserhebung zusammen, deren Forderungen die einer klassischen bürgerlichen Revolution waren: Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit; sie brachten dank günstiger weltpolitischer Umstände die absolute Monarchie des proletarischen Ständestaats binnen kurzem zum Einsturz. Im Gespräch mit Beteiligten ergründet das Feature von Friedrich Dieckmann Hintergründe und Bedingungen dieser "bürgerlichen DDR", die 1989/90 für wenige Monate die Geschicke des Landes in ihre Hände nahm. Friedrich Dieckmann, geboren 1937 in Landsberg an der Warthe, wuchs in Dresden und in Birkenwerder bei Berlin auf. Er studierte Germanistik, Philosophie und Physik an der Universität in Leipzig und lebt seit 1963 als freier Schriftsteller in Berlin. Er ist seit 1972 Mitglied des PEN und wurde für seine Arbeiten mit zahlreichen Preisen prämiert. Regie: Katrin Wenzel Produktion: MDR 2014 Mitwirkende: Friedrich Dieckmann Sigrun Fischer (57 Min.)

Mittwoch 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Ich Mensch zu fliegen such Gustav Mesmer, der Ikarus vom Lautertal Von Andreas Ammer, Micha Acher, Markus Acher, Cico Beck Mit: Gustav Mesmer, Anna McCarthy, Philipp Moog, Hias Schaschko Komposition: Andreas Ammer, Micha Acher, Markus Acher, Cico Beck Ton: Nico Sierig Produktion: BR 2021 Länge: 44"20 Der Art-Brut-Künstler Gustav Mesmer (1903-1994) träumte sein Leben lang vom Fliegen. Als Dauerpatient in der Psychiatrie entwarf er poetische Flugfahrräder und Musik-Maschinen. Seine Maschinen tragen Namen wie "Techadler", "Sternschraub" oder "Lufthäng": Gustav Mesmer (1903 -1994) gilt heute als wichtiger Vertreter der Art Brut. Aus armen Verhältnissen stammend, ohne Schulbildung, blieb ihm in den Kriegswirren nur der Weg in ein Kloster. Als er einen Gottesdienst stört, kommt er in eine Heilanstalt. Diagnose: Schizophrenie. Er wird Jahrzehnte in der Psychiatrie verbringen. Notiz in seiner Krankenakte: "Hat eine Flugmaschine erfunden, gibt entsprechende Zeichnungen ab". 1964 wird Mesmer entlassen. Die Autoren komponieren und musizieren mit Mesmers Instrumenten und erzählen sein Leben zwischen Erfindergeist, Heilanstalt und Flugsehnsucht. Andreas Ammer, geboren 1960, Autor, Filme- und Hörspielmacher. Er wurde zweimal mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet, 1995 für "Apocalypse Live" (BR 1994) und 2001 für "Crashing Aeroplanes" (EBU/WDR/DLR Berlin 2001). 2019 Günter-Eich-Preis, zusammen mit FM Einheit. Micha Acher, geboren 1971, Komponist, Musiker, Gründungsmitglied der Band The Notwist. 2011 Förderpreis Musik der Landeshauptstadt München. Markus Acher, geboren 1967, Musiker, Sänger, Texter und Komponist. Gründungsmitglied der Band The Notwist. Als Solokünstler arbeitet er unter dem Namen "Rayon". Cico Beck, geboren 1984, Musiker, Komponist. Schreibt für Film und Hörspiel. Bekannt für sein Bandprojekt Joasihno, außerdem seit 2015 Mitglied bei The Notwist. Das Hörspiel entstand in Zusammenarbeit mit der Gustav Mesmer Stiftung. Musikalische Hörspiel-Doku Ich Mensch zu fliegen such

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