Features im Radio

Features

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Warten Zwischen Langeweile und Nichtstun Die Schaukel Leichtigkeit und Schwerelosigkeit Das Kalenderblatt 25.5.1961 Rede von US-Präsident John F. Kennedy über das Apollo-Projekt Von Susi Weichselbaumer . Warten - zwischen Langeweile und Nichtstun Autorin: Valerie von Kittlitz / Regie: Kirsten Böttcher Wir alle kennen es: das Warten. In der Schlange an der Kasse, beim Reisen, auf den Fluren der Behörden. Und obwohl das Warten ein Alltagsphänomen ist, ist es komplexer als man auf Anhieb denken würde. Denn in Wartesituationen geht es um die Fähigkeit, einen radikalen Unterschied zwischen tatsächlicher Gegenwart und imaginierter Zukunft zu ertragen. Besonders gilt das für Situationen, in denen wir von äußeren Faktoren abhängig sind. Studien unter sozial benachteiligten Menschen haben gezeigt, dass sie in jahrelangen Wartephasen auf Behördenbescheide zunehmend das Gefühl verlieren, mündige Bürger mit Rechten zu sein. Schon Pierre Bourdieu sah im Warten-lassen ein Grundprinzip von Herrschaft und Macht. Wer gerne wartet hat keine Schwierigkeiten, sich dem eigenen Gedankenfluss auszusetzen, mutmaßen Psychologen. Dass das Warten für einige Menschen hingegen schier unerträglich ist, mag mit Erfahrungen aus der Kindheit zusammenhängen. Denn im Warten werden wir an die Abhängigkeit erinnert, die wir alle als Säugling erleben mussten. Jedes Kind muss warten lernen - wenn wir als Gesellschaft funktionieren wollen. Denn letztlich gilt: In der Schlange an der Kasse ist jede Hierarchie aufgehoben. Die Schaukel - Leichtigkeit und Schwerelosigkeit Autorin: Bettina Weiz / Regie: Eva Demmelhuber Man kommt mit ihr hoch hinaus und kann die Erdenschwere leicht überwinden: die Schaukel ist weit mehr als ein Kinderspielzeug. In Asien ist sie Sitz für Götter, Würdenträger und Brautpaare und bei Festen nutzen Männer sie für Mutproben. Auf Rokoko-Gemälden wird sie zum Vehikel für feine Damen, um sich von galanten Verehrern in Schwung bringen zu lassen und abzuheben. Ende des 19. Jahrhunderts ziehen Schaukeln in Form von Badewannen in deutsche Wohnungen ein. Geschaukelt wird auch Maria bei Prozessionen. Aber verschaukelt werden kann jeder, weshalb dem Gerät immer auch ein leichter Hauch von Subversivität anhaftet. BR 2020 Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Susanne Poelchau

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Identität Eine philosophische Annäherung Authentizität Die Kunst man selbst zu sein Das Kalenderblatt 25.5.1961 Rede von US-Präsident John F. Kennedy über das Apollo-Projekt Von Susi Weichselbaumer . Identität - eine philosophische Annäherung Autor: Fabian Mader / Regie: Irene Schuck Es gibt Dinge, die bemerkt man erst, wenn sie abhanden zu kommen scheinen. Dazu gehört auch die Identität. Die Welt, in der wir leben, ist ins Rutschen geraten. Raum und Zeit werden durch digitale Entwicklungen neu definiert. Freundschaft, Geschlecht, Sprache - alles steht zur Disposition. Aber wer bin ich (noch), wer sind wir, in dieser so fluide gewordenen Wirklichkeit? Letztlich ist es genau diese offene Frage, auf die viele gesellschaftliche und politische Phänomene der jüngsten Vergangenheit zulaufen - sagt einer der berühmtesten Denker unserer Zeit, Francis Fukuyama. Sein neuester Weltbestseller heißt daher auch "Identität". Er zeigt darin, dass es ein historisch junges Phänomen ist, dass Menschen sich mit ihren Eigenheiten als Person definieren, das Nationalisten und Islamisten letztlich den gleichen Kampf um Anerkennung ihrer Würde führen. Identität ist für ihn der Schlüsselbegriff der Gegenwart, dessen philosophische Grundlagen aber bis in die Antike zu Platon zurückreichen. Authentizität - die Kunst man selbst zu sein Autor: Niklas Nau / Regie: Martin Trauner Ständig sind wir heute auf der Suche nach dem Authentischen: Dem authentischen Thai-Restaurant - "Da sitzen immer viele Asiaten drin, muss also super sein"; dem authentischen Kultur-Urlaub - weg von breiten Touristen-Trampelpfaden und rein in den echten Dschungel der fremden Kultur; und dem authentischen Kunstwerk - stundenlanges Anstehen für ein Selfie mit der Mona-Lisa, Millionensummen für Originale, die nur Experten als solche erkennen können. Vor allem aber sind wir auf der Suche nach dem authentischen Ich. "Sei du selbst!" ist der Schlachtruf einer ganzen Armada von Lebens- und Berufsratgebern. Doch was genau ist "authentisch"? Warum ist Authentizität so wichtig für uns? Und was, wenn das "authentische Ich" ein ziemlich mieser Charakter ist? BR 2018 Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

Feature

Jeff Buckley in London Von Alan Hall Sprecher*innen: Christian Schmidt, Katrin Jaehne Regie: Jens Jarisch Ton: Kaspar Wollheim, Bettina Mikulla Assistenz: Silvia Vormelker Produktion: rbb/Falling Tree (for BBC) Der junge Musiker Jeff Buckley ist in London und steht auf dem Weg in die BBC mit seinem TourManager Steve Abbott im Stau. Er hat einen Auftritt beim Radiosender BBC GLR. Die beiden schalten das Autoradio an und hören, wie die Moderatorin den Auftritt von Tim Buckleys Sohn ankündigt. Und dass sich der Sohn von Tim Buckley wegen starken Verkehrs offenbar verspätet. Jeff - ein ruhiger, schüchterner und eher introvertierter Musiker - zerstört das Autoradio mit Fußtritten. Der anschließende LiveAuftritt gerät zu den intensivsten Momenten der Radiogeschichte. Jeff Buckley hält seinen offenbaren Hass auf die Moderatorin im Zaum, spricht kurz und widerwillig, bis endlich seine unterdrückte Wut einen Weg nach draußen findet.

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Wiltraut Rupp-von Brünneck, eine deutsche Karriere Wie eine NS-Juristin Vorkämpferin für Rechtsstaat und Gleichberechtigung wurde Von Annette Wilmes Wiltraut Rupp-von Brünneck (1912 -1977) war in den 1930-er Jahren eine bekennende Nationalsozialistin, Mitglied in der NS-Frauenschaft, einer Gliederung der NSDAP. Als Juristin veröffentlichte sie programmatische Schriften. Nach 1945 wandelte sie sich als Ministerialbeamtin in Hessen zu einer engagierten Demokratin. Zusammen mit Elisabeth Selbert setzte sie im Parlamentarischen Rat den Grundgesetz-Artikel zur Gleichberechtigung der Frau durch. In der Bonner Republik machte sie als überzeugte Verfechterin des Rechtsstaats eine steile Karriere und wurde Richterin des Bundesverfassungsgerichts. Gerade in der Justiz gab es viele Karrieren von Leuten mit NS-Vergangenheit, die sich keines Unrechts bewusst waren. Auf sie war das Schlagwort von den "furchtbaren Juristen" gemünzt. Wofür steht die Karriere der Juristin Wiltraut Rupp-von Brünneck?

Mittwoch 22:00 Uhr MDR KULTUR

Die bürgerliche DDR

Von Friedrich Dieckmann (Wiederholung) Bürgerliche DDR - wie kann das sein? Hatte die SED Erich Honeckers das Land per Verfassung nicht als "sozialistischen Staat der Arbeiter und Bauern" bestimmt? Erst in Artikel 2 kamen "die Angehörigen der Intelligenz" und "die andern Schichten des Volkes" vor. Aber wenn Bürgertum in der DDR auch keine wirtschaftlich und politisch relevante Schicht sein konnte - ohne bürgerliche Ärzte, Wissenschaftler, Künstler, Gewerbetreibende hätte das Land überhaupt nicht existieren können. Der bürgerliche Einfluss ging von dem im Land verbliebenen Kulturbürgertum aus, das starken Rückhalt an den christlichen Kirchen, schwächeren an drei eingefrorenen bürgerlichen Parteien hatte, und verband sich mit dem Wirken jener Schicht, die "sozialistische Intelligenz" hieß und im Lauf der Zeit zunehmend bürgerliche Bedürfnisse entwickelte: nach Eigenverantwortung, Mitbestimmung, Befreiung aus den Zwängen einer quasifeudalen Hierarchie. Alles dies floss 1989 in einer Volkserhebung zusammen, deren Forderungen die einer klassischen bürgerlichen Revolution waren: Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit; sie brachten dank günstiger weltpolitischer Umstände die absolute Monarchie des proletarischen Ständestaats binnen kurzem zum Einsturz. Im Gespräch mit Beteiligten ergründet das Feature von Friedrich Dieckmann Hintergründe und Bedingungen dieser "bürgerlichen DDR", die 1989/90 für wenige Monate die Geschicke des Landes in ihre Hände nahm. Friedrich Dieckmann, geboren 1937 in Landsberg an der Warthe, wuchs in Dresden und in Birkenwerder bei Berlin auf. Er studierte Germanistik, Philosophie und Physik an der Universität in Leipzig und lebt seit 1963 als freier Schriftsteller in Berlin. Er ist seit 1972 Mitglied des PEN und wurde für seine Arbeiten mit zahlreichen Preisen prämiert. Regie: Katrin Wenzel Produktion: MDR 2014 Mitwirkende: Friedrich Dieckmann Sigrun Fischer (57 Min.)

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Ungewöhnliche Duos Odd Couples - Ungewöhnliche Duos im Jazz

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